Biologisches Palmöl

 

Hersteller von Biopalmöl setzen sich für einen ökologischen Anbau und soziale Gerechtigkeit für die Arbeiter ein. Die Bio-Ölpalmen wachsen auf Land, das bereits zuvor für den Anbau von herkömmlichem Palmöl oder für Weideflächen genutzt wurde. Für Bio-Palmöl wurde in den letzten 30 Jahren kein Regenwald gerodet. Durch den Anbau von Biopalmöl wird die Artenvielfalt nicht gefährdet. Bio-Ölpalmenplantagen sind deutlich kleiner, werden mit Kompost gedüngt, der Boden ist durchgehend begrünt. Als Zuflucht für Tiere und Förderung der Artenvielfalt dienen die Randstreifen mit natürlicher Vegetation.

Nach Aufforderungen von Bio-Herstellern begannen bereits Anfang der 90er Jahre die zwei Palmölproduzenten Daabon (in Kolumbien) und Agropalma (in Brasilien) mit dem Anbau von Biopalmöl. Die beiden Hersteller gehören der 2013 Palm Oil Innovation Group an. Greenpeace und das Rainforest Action Network gehören beispielweise zu den Mitgliedern. Die Biopalmölhersteller sind nach sozialen Standards zertifiziert, setzen sich für ihre Mitarbeiter ein, arbeiten mit Kleinbauern zusammen. Die RSPO Kriterien gehen den Biopalmölhersellern nicht weit genug. Biopalmöl ist wie herkömmliches Palmöl schädlich für die Gesundheit, jedoch ist der Anbau von Biopalmöl sozialverträglicher und umweltfreundlicher.

RSPO-Palmöl und Bio-Palmöl werden oft in einen Topf geworfen. Doch: RSPO-Palmöl ist konventionelles Öl. Die Palmen werden mit Hilfe von Kunstdünger und Pestiziden angebaut. Bio-Palmöl wird nach den Regeln des ökologischen Landbaus erzeugt: ohne Pestizide und Kunstdünger, aber großteils ebenfalls in Plantagen. Diese stehen nicht in Südostasien, sondern fast ausschließlich in Südamerika und gehören zwei Unternehmen: Wie bereits geschrieben Daabon in Kolumbien und Agropalma in Brasilien, beide konventionelle Palmölproduzenten und RSPO-Mitglieder, die Anfang der 1990er-Jahre mit dem Öko-Anbau begannen. Das Land in Kolumbien war bereits landwirtschaftlich genutzt worden; die Bio-Ölpalmen von Agropalma wachsen auf Land, das in den 1980er-Jahren gerodet wurde. Bei deren Lieferanten, der Daabon-Gruppe in Kolumbien, haben einige Umweltorganisationen schwere Unfälle und Leckagen, Wasservergeudung, Umweltverschmutzung, Rodungen und Landvertreibung von Kleinbauern festgestellt. Daher ist der Anbau und der Kauf von Bio Produkten auch hier in Frage zu stellen!

Der Anteil von Bio-Palmöl an der Gesamtproduktion liegt bei unter 0,1 Prozent. Es wird fast nur für Lebensmittel, zu einem geringen Teil auch für Naturkosmetik verwendet .

 

Quellen

Schrot u Korn, Regenwald.org, Fairtrade, WWF

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