Hintergründe zu Palmöl

Palmöl ist ein Pflanzenöl, das aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen wird. In den Fett-Molekülen sind zu 44% die gesättigte Palmitinsäure und zu 39% die einfach ungesättigte Ölsäure gebunden. Ölpalmen kommen in Afrika, Amerika und Südostasien vor. Es wachsen Ölpalmen auf etwa 240.000 qkm - gut zwei Drittel der Fläche Deutschlands. Dafür mußte Regenwald abgeholzt werden. (www. regenwald.org).

 

 

Palmöl ist mit einem Anteil von einem Drittel am globalen Gesamtverbrauch das weltweit wichtigste Pflanzenöl. Denn Palmöl ist billig und vielseitig verwendbar: bei Zimmertemperatur von fester Konsistenz und frei von schädlichen Transfettsäuren. Margarine, Schokolade, Kuchen, Kekse, Chips, Teig und Brötchen, Suppen, Saucen, Pommes Frites und Fertiggerichten, in alldem steckt Palmöl. Ob ein Lebensmittel Palmöl enthält, verraten Bezeichnungen wie „pflanzliches Öl“ oder „vegetabiles Fett“. Palmkernöl ist Bestandteil von Hautcreme, Seife, Sonnenmilch, Körperlotion, Lippenstift und anderen Kosmetikprodukten. Aus Palmkernöl können Tenside hergestellt werden, die in Duschgels, Shampoos und in Wasch- und Reinigungsmitteln stecken. Palm- oder Palmkernöl ist zudem in Schmiermitteln, Kerzen, Farben und Lacken enthalten. Fünf Prozent der Palmöl-Ernte werden weltweit als Rohstoff für die Strom- und Wärmeproduktion und als Biokraftstoff genutzt – mit steigender Tendenz. Vor allem in den bevölkerungsreichen Staaten Asiens – Indien und China – decken viele Menschen ihren täglichen Fettbedarf mit Palmöl.

Zum Gedeihen brauchen Ölpalmen Regenwaldklima, d.h. ständig hohe Feuchtigkeit und Temperaturen, und viel Land. Schon jetzt breiten sich die zumeist riesigen industriellen Ölpalm-Monokulturen auf etwa 15 Millionen Hektar aus. Billige Flächen für neue Ölpalm-Plantagen finden sich vor allem in den Urwaldgebieten. Regierungen vergeben dort große Konzessionen an die Ölpalmkonzerne. Zudem sind die Tropenholz- und Palmölindustrie eng miteinander verflochten. Mit dem Einschlag und Verkauf von Edelhölzern werden die Investitionskosten für die Ölpalmplantagen finanziert. Die restliche Urwaldvegetation wird einfach niedergebrannt. Dann werden in endlosen Reihen Ölpalmen gepflanzt.

 

 

Die stetig wachsende Nachfrage auf dem Weltmarkt führt dazu, dass für Palmölplantagen in großem Stil tropische Wälder gerodet werden , sehr häufig davon illegal. Riesige Monokulturen bedrohen die biologische Vielfalt und rauben Arten wie Orang-Utan und Tiger und Nashörner den Lebensraum. Menschen, Tiere und Pflanzen, die von diesen Wäldern leben, verlieren ihre Lebensgrundlage.

Alleine 2012 wurden in Indonesien 840.000 ha Regenwald zerstört, das ist eine Fläche zehnmal größer als Berlin. Regenwälder auf Torfmoorböden sind gigantische Kohlenstoffspeicher. Sie enthalten bis zu 50 mal mehr Kohlenstoff als eine gleichgroße Fläche „normalen“ Regenwaldes. Tropische Torfmoorwälder gibt es vor allem in Indonesien, meist in tiefliegenden, küstennahen Gebieten auf Sumatra, Borneo und Neuguinea. Werden sie bei der Einrichtung von Palmölplantagen trockengelegt, werden Treibhausgase frei. Indonesien ist dadurch zum drittgrößten Treibhausgas-Emittenten der Erde geworden. Viele der Regenwälder werden brandgerodet, so daß ein ständiger Qualm über Indonesien liegt. Deshalb müssen zehntausende Menschen mit Atemwegserkrankungen behandelt werden. Ca. 10.000 Menschen sterben jährlich nur am Smog. Denn Indonesien deckt 85% des weltweiten Bedarfs an Palmöl ab. Das waren im Jahre 2015 etwa 55 Millionen t Palmöl und bis 2025 will Indonesien sogar die Produktion auf 40 Millionen t Palmöl steigern.

 

 

Der Löwenanteil der Produkte wie Palmöl aus illegalen Rodungen, kommt aus Brasilien, gefolgt von Indonesien. Mit einigem Abstand kommen die Herkunftsländer Malaysia, Paraguay, Argentinien und Uruguay und einigen afrikanischen Ländern.

1,5 Millionen t Palmöl hat Deutschland 2015 importiert. Die EU als viertgrößter Verbraucher importiert allein fast 6 Millionen t Öl pro Jahr. Dieser Alleskönner ist ist begehrt wie oben beschrieben in Lebensmitteln, Kosmetikprodukten, Treibstoff uvm. Zudem ist die Ölpalme mit einem Ertrag von 3,69 t Öl pro ha weit ergiebiger als z. B Sonnenblumen( 0,86 t/ha) oder Raps (1,33t/ha). Die Zahlen alleine weisen schon auf das Problem hin: Ein Ersatz durch andere Ölpflanzen würde das Platzproblem nur verlagern.

Seit dem 13. Dezember 2014 besteht in der EU eine namentliche Kennzeichnungspflicht für Palmöl.

 

Quellen:

www.greenpeace.de

www.regenwald.de

www.WWF.de

www.zeropalmoel.de

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